Was gehört ins Impressum beim Selfpublishing?

Wortwolke zum Thema Impressum mit Begriffen wie Impressum, Urheberrecht, Disclaimer, Transparenz und Internet

Das Impressum ist oft das Letzte, worüber Selfpublisher*innen nachdenken. Und das erste, das Probleme macht.

Dabei ist die Grundidee denkbar einfach: Im Impressum steht, wer für das Buch verantwortlich ist. Alles andere baut darauf auf.

Trotzdem sehe ich in meiner Arbeit als Lektorin immer wieder dasselbe: Entweder fehlen wichtige Angaben, oder das Impressum ist vollgestopft mit Formulierungen, die irgendwo abgeschrieben wurden – ohne zu prüfen, ob sie überhaupt nötig sind.

Beides lässt sich vermeiden. Dieser Beitrag zeigt, wie.

(Hinweis vorab: Das hier ist keine Rechtsberatung, sondern meine fachliche Einschätzung aus der Praxis.)


Das Minimum – und warum es wirklich das Minimum ist

Zwei Angaben müssen im Impressum stehen:

  • Vollständiger Name
  • Ladungsfähige Anschrift

Das klingt simpel. Ist es auch. Aber genau hier passieren die meisten Fehler.

Eine ladungsfähige Anschrift bedeutet: eine Adresse, unter der du tatsächlich erreichbar und im Zweifel zustellbar bist. Kein Postfach. Keine Abholstation. Keine vage Ortsangabe.

Wer unter Pseudonym schreibt, darf das auch weiterhin tun. Im Impressum muss aber die reale Person dahinter genannt werden. Der bürgerliche Name muss rein, der Künstlername kann hier zusätzlich stehen.

Und wer die Privatadresse lieber nicht veröffentlichen möchte: Das ist verständlich. Dann brauchst du eine alternative ladungsfähige Anschrift, zum Beispiel über einen Impressumsservice oder eine Geschäftsadresse. Einfach die Adresse weglassen ist keine Lösung.


Was viele ergänzen – und warum das Sinn ergibt

Diese Angaben sind nicht verpflichtend, tauchen aber in den meisten Büchern auf. Und das hat gute Gründe:

  • E-Mail-Adresse – damit Lesende und Medien dich erreichen können
  • ISBN – falls vorhanden, gehört sie ins Impressum
  • Copyright-Vermerk – zum Beispiel © 2026 Vorname Nachname
  • Mitwirkende – Lektorat, Korrektorat, Cover-Gestaltung, Buchsatz
  • „Selbstverlag” – du kannst es angeben, musst es aber nicht

Besonders die Nennung der Mitwirkenden empfehle ich ausdrücklich. Sie zeigt Professionalität, stärkt das Vertrauen in dein Buch und ist für viele Dienstleister*innen schlicht eine schöne Geste der Anerkennung.


Der Punkt, den viele vergessen: die Deutsche Nationalbibliothek

Wenn du dein Buch in Deutschland veröffentlichst, bist du verpflichtet, es bei der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) zu melden und Pflichtexemplare einzureichen.

Das passiert nicht automatisch durch den Upload bei einer Selfpublishing-Plattform.

Ein wichtiger Hinweis: Wenn dein Buch über das VLB (Verzeichnis lieferbarer Bücher) gemeldet ist, kann die Meldung an die DNB darüber bereits abgedeckt sein. Das solltest du im Einzelfall prüfen, am besten direkt bei der DNB oder deiner Plattform.

Im Impressum selbst taucht die DNB häufig in diesem optionalen Textbaustein auf:

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Pflicht ist dieser Satz nicht. Aber er ist üblich und signalisiert, dass du das Thema ernst nimmst.


Text und Data Mining – ein neuerer Zusatz

Immer häufiger taucht im Impressum auch dieser Hinweis auf:

Die automatisierte Analyse des Werkes, um daraus Informationen insbesondere über Muster, Trends und Korrelationen gemäß § 44b UrhG („Text und Data Mining”) zu gewinnen, ist untersagt.

Hintergrund ist § 44b des Urheberrechtsgesetzes, der das sogenannte Text und Data Mining regelt, also das automatisierte Auswerten von Texten, wie es etwa beim Training von KI-Systemen passiert.

Ob dieser Hinweis im Einzelfall tatsächlich schützt, ist rechtlich nicht abschließend geklärt. Als Vorsichtsmaßnahme verwenden ihn aber immer mehr Autor*innen und Verlage. Du kannst ihn aufnehmen, musst es aber nicht.


Checkliste: Was ins Impressum gehört

Unverzichtbar:

  • Vollständiger Name
  • Ladungsfähige Anschrift

Sinnvoll und üblich:

  • E-Mail-Adresse
  • ISBN
  • Copyright-Vermerk
  • Mitwirkende (Lektorat, Cover etc.)
  • Angabe „Selbstverlag” (optional)

Zusätzlich prüfen:

  • Meldung und Pflichtexemplare bei der Deutschen Nationalbibliothek
  • Ggf. abweichende Regelungen einzelner Bundesländer für Pflichtexemplare

Wenn du dir beim Impressum unsicher bist, liegt das nicht immer daran, dass es besonders kompliziert wäre. Sondern daran, dass vieles unreflektiert übernommen wird, von anderen Büchern, aus dem Netz, von irgendwo.

Dabei reicht oft ein klarer Blick auf das Wesentliche: Wer ist verantwortlich? Wo ist diese Person erreichbar?

Wenn das klar beantwortet ist, ist das Wichtigste bereits vorhanden.


Du hast Fragen zu deinem Impressum oder willst dein Manuskript insgesamt professionell aufstellen? Ich begleite Autor*innen und Selfpublisher*innen von der ersten Fassung bis zur fertigen Buchdatei.

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