
Der Klappentext. Kurz, aber entscheidend.
Er ist oft der Moment, in dem jemand innehält. Das Buch in die Hand nimmt. Den ersten Satz liest. Und dann vielleicht weiterliest. Oder weiterklickt.
Als Autor*in hast du Zeit, Energie und Herzblut in dein Buch gesteckt. Du kennst jede Wendung, jede Figur, jedes Detail. Jetzt sollst du all das in wenigen Sätzen einfangen? Ich weiß, wie herausfordernd das sein kann.
In diesem Beitrag erfährst du, worauf du beim Schreiben eines Klappentextes achten solltest. Damit dein Text neugierig macht und deine Geschichte auf den Punkt bringt. Mit konkreten Tipps, anschaulichen Beispielen und dem Blick aus dem Lektorat.
Denn eines ist klar: Der Klappentext ist Werbung. Und zwar im besten Sinn. Er vermittelt, was dein Buch besonders macht. Ehrlich, ansprechend und lesernah.
Der erste Satz muss sitzen. Er entscheidet oft darüber, ob Leser*innen weiterlesen oder zur nächsten Geschichte greifen.
Was ist ein Klappentext überhaupt?
Der Klappentext ist ein kurzer, werbender Text auf der Buchrückseite oder in der Online-Beschreibung. Er stellt das Buch vor, ohne zu viel zu verraten. Kein Exposé, keine Zusammenfassung und kein Miniroman. Sondern eine Einladung. Ein Vorgeschmack auf Ton, Thema und Spannung.
Gerade im Selfpublishing ist der Klappentext ein zentrales Marketinginstrument. Er hilft Leser*innen, sich zu orientieren. Und dich, sichtbar zu werden.
Was ein guter Klappentext leisten sollte
Ein überzeugender Klappentext …
- zeigt Genre und Grundstimmung
- stellt die Hauptfigur und ihr Dilemma vor
- wirft eine spannende Frage auf
- verrät keine zentralen Wendepunkte
- klingt individuell, nicht nach Baukasten
- spiegelt den Stil deines Romans
Und vor allem: Er weckt Neugier. Auch bei Menschen, die dein Genre nicht aktiv suchen.
Typische Fehler im Klappentext
Gerade bei selbst veröffentlichten Büchern begegnen mir immer wieder ähnliche Schwächen:
- Zu viel Inhalt: Leser*innen werden mit Details überfrachtet.
- Unklare Sprache: Schachtelsätze oder vage Formulierungen lassen keine Bilder entstehen.
- Unbestimmtes Genre: Man weiß nicht, ob man einen Krimi, eine Dystopie oder einen Liebesroman in der Hand hält.
- Spoiler: Wichtige Plotpunkte oder das Ende werden vorweggenommen.
- Werbefloskeln: Begriffe wie “atemberaubend” oder “fesselnd” wirken austauschbar.
- Unklarer Fokus: Die Essenz der Geschichte bleibt ungreifbar.
Tipp: Lass deinen Klappentext testlesen. Am besten von Menschen, die dein Buch noch nicht kennen. Frag sie, was sie erwarten würden und ob sie das Buch kaufen möchten.
Klappentext schreiben: So gehst du vor
Du musst kein Profi im Textmarketing sein. Aber du solltest klar benennen können, worum es in deinem Buch geht. Und was Leser*innen emotional erwartet.
So findest du die richtigen Worte:
- Hauptfigur und Ausgangslage: Wer steht im Zentrum? Was ist das Anfangsproblem?
- Konflikt oder Wendepunkt: Was bringt die Handlung in Bewegung?
- Spannende Frage: Was steht auf dem Spiel?
- Ton und Stil: Schreib so, wie dein Roman klingt.
Beispiel:
Als in der Kleinstadt ein zweites Kind verschwindet, weiß Kommissarin Jana Berendt: Das ist kein Zufall. Doch während sie den Spuren folgt, gerät sie selbst ins Fadenkreuz. Und muss sich fragen, wie weit sie bereit ist zu gehen.
Noch ein Tipp: Schreibe mehrere Versionen. Teste verschiedene Einstiege. Frage dich, welche Tonalität am besten zu deiner Geschichte passt.
Format und Länge
Ein Klappentext umfasst meist 120 bis 180 Wörter. Zwei bis drei kurze Absätze reichen. Der Text sollte flüssig lesbar und gut strukturiert sein.
Typischer Aufbau:
- 1. Absatz: Einstieg in Figur und Ausgangssituation
- 2. Absatz: Konflikt, Wendepunkt, Frage
- Abschluss: Emotionaler Anker oder offene Frage
Stilistische Hinweise:
- Vermeide Passivkonstruktionen
- Nutze starke Verben
- Lies dir den Text laut vor
Ich-Perspektive im Klappentext?
Wenn dein Roman durchgängig in der Ich-Form geschrieben ist und deine Figur eine markante Stimme hat, kann die Ich-Perspektive funktionieren. Ansonsten ist die neutrale Form oft klarer und wirkt professioneller, besonders bei Krimis und Thrillern.
Lohnt sich ein Lektorat für den Klappentext?
Ja. Denn dieser Text entscheidet oft über Kauf oder Absprung.
Im Lektorat prüfe ich unter anderem:
- Verständlichkeit und Struktur
- sprachliche Wirkung
- Tonalität passend zum Genre
- ob Leser*innen wirklich neugierig werden
Ein Klappentext ist keine Pflichtübung. Er ist Teil deines Außenauftritts. Wie Cover, Titel und Preis. Und er verdient dieselbe Aufmerksamkeit.
Fazit: Der Klappentext ist Werbung
Er ist keine Nebensache, sondern ein zentrales Element deiner Buchveröffentlichung.
Ein guter Klappentext macht den Unterschied. Er weckt Neugier, löst Emotionen aus und bringt Leser*innen dazu, auf Kaufen zu klicken.
Gib ihm die Zeit, die er verdient.
Brauchst du Unterstützung bei deinem Klappentext? Ich begleite dich gern dabei, ihn zu formulieren. Im direkten Austausch oder im Rahmen eines Lektorats. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass deine Leser neugierig auf dein Buch werden.
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