
Du hast dein Manuskript geschrieben, das Lektorat ist abgeschlossen und du bist kurz davor, deinen Buchtraum Wirklichkeit werden zu lassen. Jetzt steht der letzte wichtige Schritt an: das Korrektorat. Doch was passiert dabei genau? Warum ist dieser Schritt so wichtig? Und wie kannst du dich optimal darauf vorbereiten?
In diesem Beitrag erkläre ich dir genau, was beim Korrektorat passiert, damit deine Leser*innen dein Buch möglichst fehlerfrei lesen können.
Was ist ein Korrektorat und warum brauchst du es?
Das Korrektorat ist der finale Check für deinen Text. Hier geht es um die formale Korrektur von Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung und Tippfehlern. Das sorgt dafür, dass deine Leser*innen sich voll und ganz auf deine Geschichte einlassen können und nicht wegen Rechtschreibfehlern oder uneinheitlichen Schreibweisen aus dem Lesefluss gerissen werden.
Im Gegensatz zum Lektorat, das deinen Text inhaltlich und stilistisch begleitet, konzentriert sich das Korrektorat auf den letzten Feinschliff. So können deine Leser*innen ganz in deine Geschichte eintauchen.
Korrigierte Manuskripte enthalten meist nur noch sehr wenige Fehler und sind deutlich leichter zu lesen. Völlige Fehlerfreiheit ist höchstens bei sehr kurzen Büchern möglich. Und selbst dann bleiben manchmal kleine Fehler manchmal unentdeckt. Das ist ganz normal, denn Schreiben und Lesen sind menschliche Prozesse, bei denen immer wieder etwas übersehen wird.
Ein erfahrener Korrektor erkennt im ersten Durchgang bis zu 95 Prozent der Fehler und im zweiten bis zu 98 Prozent. Korrekturprogramme hingegen finden etwa 60 bis 80 Prozent der Fehler.
Wann ist der perfekte Zeitpunkt für das Korrektorat?
Das Korrektorat erfolgt immer erst dann, wenn das Lektorat abgeschlossen und dein Text inhaltlich und strukturell fertig ist. Jede größere Änderung danach kann neue Fehler einschleichen und müsste dann erneut korrigiert werden.
Wenn du die Reihenfolge einhältst, sparst du viel Zeit, Geld und vermeidest unnötigen Stress.
Warum ist es sinnvoll, Korrektorat und Lektorat von verschiedenen Personen durchführen zu lassen?
Ein frischer Blick sieht oft Dinge, die der Lektor oder die Lektorin übersehen kann. Deshalb arbeite ich gern mit Kolleg*innen zusammen, die sich auf das Korrektorat spezialisiert haben und dein Manuskript mit einem neuen Fokus prüfen.
Natürlich übernehme ich auf Wunsch auch beide Schritte, aber immer mit genügend zeitlichem Abstand, damit mein Blick frisch bleibt.
Wichtig ist: Ein Lektorat ersetzt kein Korrektorat. Im Lektorat werden zwar auch Rechtschreib-, Zeichensetzungs- und Grammatikfehler korrigiert, aber der Schwerpunkt liegt auf Inhalt und Stil. Erst wenn diese Überarbeitungen abgeschlossen sind, folgt das Korrektorat. Jetzt geht es um die formale Prüfung.
Wie läuft ein Korrektorat ab?
Ich arbeite im Änderungsverfolgungsmodus in Word. So kannst du jederzeit sehen, was genau geändert wurde.
Typische Fehler, die ich finde, sind zum Beispiel:
- Rechtschreib- und Tippfehler
- Falsche oder fehlende Kommas
- Grammatikfehler bei Fällen oder Zeiten
- Inkonsistenzen bei Namen, Begriffen oder Schreibweisen
- Häufige kleine Fehler wie doppelte Leerzeichen
Wie kannst du dich gut auf das Korrektorat vorbereiten?
- Entferne vorab die gröbsten Fehler, damit ich mich auf die kniffligen Details konzentrieren kann. Das spart dir bares Geld.
- Entferne doppelte Leerzeichen:
Öffne dein Manuskript in Word und drücke Strg + H (Windows) oder Cmd + H (Mac) für „Suchen und Ersetzen“. Gib in „Suchen nach“ zwei Leerzeichen ein und in „Ersetzen durch“ ein Leerzeichen. Klicke auf „Alle ersetzen“ und wiederhole das so lange, bis keine doppelten Leerzeichen mehr gefunden werden. - Überprüfe die Anführungszeichen:
Achte darauf, dass du typografische Anführungszeichen („…“) verwendest und nicht gerade Anführungszeichen (“…”). In Word kannst du das über die AutoFormat-Funktion einstellen:
Gehe zu „Datei“ > „Optionen“ > „Dokumentprüfung“ > „AutoKorrektur-Optionen“. Im Reiter „AutoFormat während der Eingabe“ aktiviere „Gerade Anführungszeichen durch typografische ersetzen“.
Kontrolliere, ob öffnende („) und schließende (“) Anführungszeichen richtig stehen. - Kontrolliere deinen Text mit einer Rechtschreibprüfung.
- Versuche, dein Manuskript so gut wie möglich fertigzustellen, bevor du es zum Korrektorat schickst. Je weniger große Änderungen du danach am Text vornimmst, desto gezielter kann das Korrektorat arbeiten – nämlich am letzten Feinschliff in Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Wenn du dagegen noch viel am Manuskript änderst, schleichen sich oft neue Fehler ein, die dann wieder korrigiert werden müssen. Das kostet nicht nur Zeit und Geld, sondern kann den ganzen Prozess verlängern. Deshalb lohnt es sich, vor dem Korrektorat nochmal in Ruhe durchzugehen, um den Text so final wie möglich zu machen. So holst du das Beste aus dem Korrektorat heraus.
Denk daran: Eine völlige Fehlerfreiheit gibt es nicht. Wir sind alle Menschen. Doch Menschen erkennen mehr Fehler als automatisierte Programme, weil sie den Kontext verstehen und mitdenken.
Was solltest du vermeiden?
- Korrigiere nicht vor dem Lektorat.
- Übernimm Änderungen nicht blind, sondern prüfe, ob sie zu deinem Stil passen.
- Lass dich nicht vom Perfektionismus lähmen. Fehlerfrei heißt nicht fehlerlos und das ist okay.
Nach dem Korrektorat: Was kommt als Nächstes?
Nach der Korrektur folgt der Buchsatz. Das Layout wird gestaltet und dein Buch wird für den Druck oder als E-Book vorbereitet. Die Covergestaltung ist meist der letzte Schritt und erfolgt separat.
Diese einzelnen Arbeitsschritte führen gemeinsam zu deinem fertigen Buch, auf das du stolz sein kannst.
Fazit
Das Korrektorat ist mehr als nur das Ausmerzen von Fehlern. Es ist der letzte wichtige Schritt auf deinem Weg zu einem professionellen Buch. Bereite dich gut vor, arbeite vertrauensvoll mit deiner*m Korrektor*in zusammen und nutze den Prozess als Chance, dein Werk noch stärker zu machen.
Wenn du möchtest, begleite ich dich gern auch bei deinem Korrektorat – professionell, aufmerksam und immer auf dem neuesten Stand der Duden-Regeln.
Dein Text. Deine Stimme. Und eine Zusammenarbeit, die beides noch klarer macht.
Frage an dich:
Wie bereitest du dich auf dein Korrektorat vor? Hast du Tipps oder Erfahrungen, die du teilen möchtest? Ich freue mich auf deinen Kommentar!
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